Inside C-P-S: Digitale Transformation bei Versand- und Lagerprozessen in der Automobilindustrie (Industrie 4.0)

2018-11-16T11:47:14+00:00 16. November 2018|Allgemein|

In einem über fünf Jahre angesetztem Projekt bei einem deutschem Automobilhersteller ist die C-P-S Group und unser Center of Competence „Digital Transformation“ strategischer Partner für die Gestaltung und Implementierung eines globalen WMS Standards zur Schaffung von Transparenz entlang der Versorgungsketten weltweit.

Das Trendwort Industrie 4.0 ist Treiber für einen Wandel in Wirtschaft und Industrie. Cloud-Funktionen und Digitalisierung sorgen für eine weltweite Verfügbarkeit von Daten und Informationen. Denn globale Konzerne versenden ihre Waren in einer solchen Komplexität, dass intransparente und nicht standardisierte Prozesse zur Ineffizienz führen und somit die Wettbewerbsfähigkeit einschränken können. Die Wirtschaft beginnt sich neu zu erfinden, um dem globalen Massenmarkt mit all ihren Facetten gerecht zu werden.

In der Automobilindustrie lässt sich in den letzten Jahren der Trend zur Diversifizierung erkennen. Mehr Modelle mit einer immer größer werdenden Variantenvielfalt sorgen für ein erhöhtes Maß an dispositiven Tätigkeiten. Gleichzeitig werden die Modelle global an den verschiedensten Aufbauwerken fertiggestellt. Dabei werden Teile aus aller Welt in den Aufbauwerken zugeführt. Die Komplexität wird zusätzlich durch verschiedene Belieferungsstrategien wie bspw. CKD (Completely-Knocked-Down) oder PbP (Part-by-Part) erhöht.

„Prozesse in einer globalen Supply Chain sind zukünftig ausschließlich durch IT-Systeme greifbar und effizient realisierbar. Durch den Einsatz von softwareunterstützenden Anwendungen lassen sich die Prozesse transparent gestalten.“

Dabei spielen vor allem die Versandrestriktionen eine große Rolle. Unser Kunde hat innerhalb seiner Supply Chain begonnen ein globales Versorgungsnetzwerk durch sogenannte Konsolidierungslager aufzubauen.

Mit dieser Strategie setzt der Automobilhersteller eine Wende von seinem ursprünglichen Versorgungskonzept ein. Ursprünglich ging die Belieferung vieler Teile von Europa, genauer Deutschland, heraus. Durch die erhöhte internationale Marktpräsenz und die weltweite Verfügbarkeit von Zuliefererteilen bestimmt nicht mehr allein der Standort Deutschland die Versorgung seiner ausländischer Montage- und Aufbauwerke.

„Das Zielbild ist klar gesetzt: „Jedes Teil sollte über möglichst kurze Handelswege durch die Konsolidierungslager das jeweilige Montagewerk mit den angefragten Teilen versorgen.“

Aus einer solchen Anforderung resultiert die Maßnahme von standardisierten Prozessen unter Einsatz von IT-Systemen, um innerhalb seiner Supply Chain für Transparenz zu sorgen. Unser Kunde fährt dabei die Strategie eines bilateralen Softwareeinsatzes. Aus der makroskopischen Perspektive heraus wird ein neues Versandsystem, welches die neue SAP S4/HANA-Architektur nutzt, für die Datenversorgung zwischen Aufbauwerk, Lieferanten, Ladungsträgerplaner, Finance & Controlling, den Lieferanten und den Konsolidierungslager eingesetzt. Damit ist die Software das Herzstück der globalen Informationsströme. Jede angebundene Organisationseinheit innerhalb des globalen Versorgungsnetztes bekommt gefiltert diejenigen Informationen, die es für seine Operationen benötigt. Ein Lieferant benötigt bspw. eine Avise zur Bearbeitung und Bereitstellung von Waren, wohingegen das Konsolidierungslager Packaufträge benötigt. Planungs- und Controlling Systeme werden zentral von einer internen Organisationseinheit gesteuert, wohingegen Lager- und Umpackprozess auslagerbar sind.

Jeder Dienstleister hatte die freie Wahl des WMS. Dies konnte zu Schnittstellenproblemen führen. Zur Zielerreichung eines standardisierten und einheitlichen Prozesses hat der OEM ein WMS entwickeln lassen, welches fortan in allen Consolidation Centern eingesetzt werden soll. Das Center of Competence „Digital Transformation“ der C-P-S Group ist hierbei als strategischer Partner zur Implementierung dieses neuen WMS Systems nominiert worden.

Die Beauftragung besteht aus fünf Themengebieten:

  1. Prozessaufnahme und -modellierung bestehender und zukünftige Prozesse im neuen WMS inkl. angrenzender Schnittstellenprozesse zu GSS+
  2. Erstellen von Schulungsunterlagen und das Schulen von Key-Usern
  3. Aufbau und Durchführung eines Testmanagementverfahren zur Sicherstellung der Prozesse bei Releases
  4. Anlaufmanagement zur Sicherstellung eines reibungsfreien Go-Live neuer Standorte oder Dienstleisterwechsels
  5. Konzeption von innovativen Logistikprozessen zur Optimierung des Materialflusses

Als Kommunikationsplattform im Projekt dient ein neu aufgesetzter Sharepoint-Server. Über den Sharepoint wird dem User gemäß seiner Berechtigungsrolle Zugriff auf die Prozessmodellierungssoftware ARIS von der Software AG gegeben. Damit können zum einem Prozesse nach der eEPK-Systematik modelliert und zur Einsicht zur Verfügung gestellt werden. Die Prozesse sind zugleich auch ein Teil des Schulungsportals.

Neben einer theoretischen Prozessschulung liegt der Fokus in der Systemschulung auf dem neuen WMS und Versandsystem. Die seitens der C-P-S Group erstellten Schulungsunterlagen dienen als Grundlage hierfür.

Durch den vermehrten Einsatz von IT-gestützter Hardware ergeben sich in der operativen Logistik neue Optimierungsspielräume. Innerhalb dieses letzten Arbeitspaketes gilt es Konzepte zu entwickeln, welche mit Industrie 4.0 einhergehenden Neuerungen wie ein Picking mittels Augmented Reality in die bestehende IT-Architektur integriert werden können.

Nach Abschluss des Projektes (in vermutlich 5 Jahren) werden heutige Ansätze für die Digitalisierung der globalen Supply Chains ein Stückchen Realität geworden sein. Wir sind sehr gespannt, welch spannende Aufgaben uns in den nächsten Jahren noch erwarten werden.